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Website erstellen lassen: Freelancer oder Agentur?

Der Freelancer sagt, Agenturen seien teuer und unpersönlich. Die Agentur sagt, Freelancer seien unzuverlässig. Beides stimmt manchmal, beides ist meistens Verkaufsgespräch. Hier steht, was die beiden wirklich unterscheidet, und wie du für deinen Betrieb entscheidest.

Von · Veröffentlicht am · Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Freelancer passt, wenn du eine feste Ansprechperson willst, selbst etwas koordinieren kannst und das Budget eng ist. Eine Agentur passt, wenn Text, Foto, Technik und Suchmaschinen aus einer Hand kommen sollen, jemand vertreten muss und das Projekt ohne dein Zutun laufen soll. Der Preisunterschied liegt bei 20 bis 30 Prozent, der Leistungsunterschied oft genauso hoch. Entscheidend ist, wer deinen Betrieb und deine Kunden versteht.

Freelancer Agentur eine feste Person günstiger flexibel Vertretung alles aus einer Hand weniger Arbeit für dich Entscheidend ist nicht die Rechtsform, sondern wer deinen Betrieb kennt.
Keine Seite ist schwerer. Was zählt, liegt nicht in der Schale, sondern in deinem Betrieb.

Was die beiden wirklich unterscheidet

Nicht die Qualität. Es gibt hervorragende Freelancer und schwache Agenturen, und umgekehrt. Der Unterschied liegt in der Struktur, und die bestimmt, wie sich das Projekt für dich anfühlt.

Freelancer Agentur
Wer arbeitet Die Person, mit der du sprichst Ein Team; bei kleinen Agenturen oft dieselbe Person wie im Gespräch, bei großen nicht
Preisbildung Stundensatz oder Festpreis, meist schlank kalkuliert Festpreis oder Paket, Projektleitung und Vertretung eingepreist
Breite Stark in einem Fach, Text und Foto über Partner oder gar nicht Design, Text, Foto, Technik, Suchmaschinen aus einer Hand
Verfügbarkeit Begrenzt; ein großes Projekt blockiert ihn Mehrere Projekte parallel, Termine planbarer
Wenn jemand ausfällt Projekt steht Vertretung übernimmt
Koordination Oft bei dir: Texter, Fotograf, Freigaben Bei der Agentur
In fünf Jahren Vielleicht angestellt, umgezogen, anderes Fach Wahrscheinlich noch da, vielleicht anderes Team
Vertrag Oft kurz, manchmal nur eine E-Mail Angebot mit AGB, Leistungsbeschreibung, Zahlungsplan

Was beide kosten, und wohin der Unterschied geht

Freelancer in Deutschland berechnen für Webdesign meist 60 bis 120 Euro netto pro Stunde, Agenturen 90 bis 160. Für eine Firmenwebsite mit sechs bis acht Seiten bedeutet das grob:

Position Freelancer Agentur
Design und Umsetzung 1.500 bis 3.000 € 2.000 bis 4.000 €
Texte Oft extra oder von dir, 400 bis 1.200 € bei Zukauf Meist enthalten oder als Position
Fotos Von dir oder externer Fotograf, 300 bis 800 € Meist als Position, 250 bis 500 €
Suchmaschinen-Grundlage, Rechtstexte, Einweisung Je nach Person, nachfragen Meist enthalten
Typische Gesamtsumme 2.200 bis 4.500 € 2.800 bis 6.000 €

Spannen aus unserer Marktbeobachtung und Vergleichsangeboten, Stand Oktober 2026. Unsere eigenen Festpreise stehen auf der Kostenseite.

Der Aufpreis der Agentur bezahlt drei Dinge: jemanden, der das Projekt steuert, jemanden, der einspringt, und die Breite an Leistungen unter einem Dach. Wenn du diese drei Dinge nicht brauchst, zahlst du sie umsonst. Wenn du sie brauchst und beim Freelancer selbst organisierst, kostet dich das deine Zeit, und die rechnet kaum jemand mit.

Wann der Freelancer die bessere Wahl ist

  • Du willst genau eine Person. Jemanden, der deine Seite in- und auswendig kennt, den du anrufst, der sich erinnert.
  • Du hast Texte und Fotos oder organisierst sie selbst. Dann fällt der größte Teil der Agentur-Breite weg.
  • Das Budget ist eng und klar. Unter 2.000 Euro für eine Firmenwebsite findest du eher einen guten Freelancer als eine gute Agentur.
  • Das Projekt ist überschaubar. One-Pager, kleine Firmenwebsite, Landingpage. Keine Schnittstellen, kein Shop, keine fünf Sprachen.
  • Du kannst selbst koordinieren und hast Spaß daran, mitzudenken.

Worauf du beim Freelancer achtest

Alle Zugänge auf deinen Namen, von Anfang an. Eine kurze Dokumentation: welches System, welche Erweiterungen, wo liegt was. Eine Regelung für den Ausfall. Und eine Vereinbarung, ob er die Seite nach dem Livegang betreut oder nicht. Freelancer, die das von sich aus anbieten, sind die, die du willst.

Wann die Agentur die bessere Wahl ist

  • Du willst es abgeben. Ein Gespräch, ein Fototermin, ein paar Freigaben, fertig. Keine Koordination von drei Gewerken.
  • Die Seite soll Anfragen bringen, nicht nur existieren. Dann brauchst du Text, Suchbegriffe, Fotos und Technik, die zusammenpassen.
  • Es soll in fünf Jahren noch jemanden geben, der die Seite kennt und pflegt.
  • Termine sind wichtig. Eröffnung, Messe, Saison. Eine Agentur kann Kapazität verschieben, ein Freelancer meist nicht.
  • Mehr als eine Website. Google-Unternehmensprofil, Stellenanzeigen, Drucksachen, Anzeigen. Je mehr zusammenhängt, desto eher aus einer Hand.

Worauf du bei der Agentur achtest

Wer baut konkret, und wer ist deine Ansprechperson? Gibt es ein Mindestbudget, unter dem du Kunde zweiter Klasse bist? Bindet dich ein Vertrag länger als nötig? Gehört am Ende alles dir? Und: Redet die Agentur über deine Kunden oder über ihre Auszeichnungen? Die zwölf Punkte für das Angebot gelten hier genauso.

Die Mischform: klein, aber mit Netzwerk

Zwischen dem Einzelkämpfer und der Agentur mit Empfang gibt es eine dritte Form, und die ist für kleine Betriebe oft die passende: ein Inhaber, der selbst baut und im Gespräch sitzt, mit festen Partnern für Text und Technik. Du bekommst die eine Person des Freelancers und die Breite und Vertretung der Agentur.

Der Nachteil: Diese Betriebe sind weder auf Freelancer-Plattformen noch in Agentur-Rankings zu finden. Du findest sie über Empfehlungen, über das Impressum von Websites, die dir gefallen, und über die lokale Suche. Wie das geht, steht im Ratgeber Webdesigner finden.

Wo wir stehen

Wir sind so eine Mischform. Michael Mand führt das Gespräch und baut die Seite, Text und Technik kommen aus einem festen Team in Kassel. Fotos lieferst du, wir sagen dir, welche Motive wir brauchen. Das macht uns teurer als einen Freelancer und günstiger als eine große Agentur. Ob das für dich passt, hängt von den Fragen weiter unten ab, nicht von uns.

Zwei Arbeitsplätze im Vergleich, eine Person allein mit Laptop und ein kleines Team am Tisch mit Entwürfen
Symbolbild

Wie die Zusammenarbeit gelingt, egal mit wem

Die meisten gescheiterten Website-Projekte scheitern nicht am Anbieter, sondern an der Zusammenarbeit. Vier Dinge, die du selbst in der Hand hast:

  1. Ein Briefing, das von Kunden handelt. Nicht „modern und frisch“, sondern: Wer ruft an, was will er, woran scheitert es. Eine Seite reicht.
  2. Eine Person, die entscheidet. Bei dir. Wenn drei Leute Freigaben geben, dauert alles dreimal so lang.
  3. Feste Rückmeldezeiten. Entwurf kommt Montag, Rückmeldung bis Donnerstag. Das gilt für beide Seiten.
  4. Alles schriftlich, was Geld kostet. Zusatzwünsche per E-Mail bestätigen lassen, mit Preis. Das schützt euch beide.

Acht Fragen, die entscheiden

Beantworte sie ehrlich. Mehr Antworten links: Freelancer. Mehr rechts: Agentur. Ausgeglichen: Mischform.

Frage Eher Freelancer Eher Agentur
Wie viel Zeit kannst du selbst investieren? Zehn Stunden und mehr So wenig wie möglich
Hast du Texte und Fotos? Ja, oder ich organisiere das Nein, soll mit dran
Was soll die Seite leisten? Da sein, informieren Anfragen und Bewerber bringen
Wie wichtig ist der Termin? Flexibel Fest, hängt etwas dran
Budget für die Firmenwebsite? Unter 2.500 Euro Ab 2.500 Euro
Wer pflegt die Seite danach? Ich selbst Jemand soll sich kümmern
Wie viele Leistungen und Seiten? Eine bis drei, One-Pager reicht Vier und mehr, eigene Seite je Leistung
Hängt noch mehr dran? Nur die Website Google-Profil, Anzeigen, Drucksachen, Stellen

Wenn du am Ende weißt, was du brauchst, ist der Rest einfach: zwei bis drei Angebote mit derselben Anforderungsliste, Checkliste drüber, entscheiden. Was realistische Preise sind, steht auf der Kostenseite.

Häufige Fragen

Freelancer oder Agentur.

Ist ein Freelancer immer günstiger als eine Agentur?

Meist ja, um 20 bis 30 Prozent, weil er kein Büro, keine Projektleitung und keine Vertretung bezahlt. Der Vergleich stimmt aber nur, wenn beide dasselbe liefern. Kauft der Freelancer Texte und Fotos zu oder lässt sie weg, ist der Unterschied am Ende oft kleiner, als das Angebot zeigt.

Was passiert, wenn mein Freelancer krank wird oder aufhört?

Dann steht das Projekt, bis er wieder da ist, oder jemand anderes muss sich einarbeiten. Deshalb gehören bei Freelancer-Projekten drei Dinge in den Vertrag: alle Zugänge liegen bei dir, der Quellcode und die Inhalte sind dokumentiert, und es gibt eine Regelung, was bei Ausfall länger als zwei Wochen passiert.

Bei einer Agentur macht doch ein Praktikant die Arbeit, oder?

Bei großen Agenturen kommt das vor: Der Chef verkauft, ein Junior baut. Frag deshalb vor dem Auftrag, wer konkret deine Seite baut und wer deine Ansprechperson ist. Bei kleinen Agenturen ist das meist dieselbe Person, die auch im Gespräch sitzt.

Kann ich einen Freelancer und eine Agentur kombinieren?

Ja, und das ist häufiger, als man denkt. Zum Beispiel ein Freelancer für die Website und eine Agentur für Anzeigen, oder umgekehrt. Wichtig ist, dass einer die Verantwortung für das Ergebnis hat. Zwei Dienstleister, die sich gegenseitig die Schuld geben, sind der teuerste Fall.

Was ist mit Plattformen wie Fiverr oder Upwork?

Dort findest du Freelancer aus aller Welt zu Preisen, die in Deutschland nicht möglich sind. Für eine Firmenwebsite mit deutschem Impressum, Datenschutz, lokaler Suche und einem Fototermin im Betrieb ist das selten die richtige Adresse. Für einzelne Teilaufgaben wie eine Grafik oder eine Programmierung kann es passen.

Wie viel Projektleitung brauche ich selbst?

Bei einem Freelancer mehr: Du koordinierst Texter, Fotograf und Freigaben oft selbst. Bei einer Agentur weniger, dafür bezahlst du es. Rechne bei einem Freelancer-Projekt mit zehn bis fünfzehn Stunden eigener Zeit, bei einer Agentur mit sechs bis zehn.

Eine Person im Gespräch, ein Team dahinter.

45 Minuten über deinen Betrieb, dann ein Festpreis-Angebot. Wenn ein Freelancer besser zu dir passt, sagen wir dir das.