Was die beiden wirklich unterscheidet
Nicht die Qualität. Es gibt hervorragende Freelancer und schwache Agenturen, und umgekehrt. Der Unterschied liegt in der Struktur, und die bestimmt, wie sich das Projekt für dich anfühlt.
| Freelancer | Agentur | |
|---|---|---|
| Wer arbeitet | Die Person, mit der du sprichst | Ein Team; bei kleinen Agenturen oft dieselbe Person wie im Gespräch, bei großen nicht |
| Preisbildung | Stundensatz oder Festpreis, meist schlank kalkuliert | Festpreis oder Paket, Projektleitung und Vertretung eingepreist |
| Breite | Stark in einem Fach, Text und Foto über Partner oder gar nicht | Design, Text, Foto, Technik, Suchmaschinen aus einer Hand |
| Verfügbarkeit | Begrenzt; ein großes Projekt blockiert ihn | Mehrere Projekte parallel, Termine planbarer |
| Wenn jemand ausfällt | Projekt steht | Vertretung übernimmt |
| Koordination | Oft bei dir: Texter, Fotograf, Freigaben | Bei der Agentur |
| In fünf Jahren | Vielleicht angestellt, umgezogen, anderes Fach | Wahrscheinlich noch da, vielleicht anderes Team |
| Vertrag | Oft kurz, manchmal nur eine E-Mail | Angebot mit AGB, Leistungsbeschreibung, Zahlungsplan |
Was beide kosten, und wohin der Unterschied geht
Freelancer in Deutschland berechnen für Webdesign meist 60 bis 120 Euro netto pro Stunde, Agenturen 90 bis 160. Für eine Firmenwebsite mit sechs bis acht Seiten bedeutet das grob:
| Position | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|
| Design und Umsetzung | 1.500 bis 3.000 € | 2.000 bis 4.000 € |
| Texte | Oft extra oder von dir, 400 bis 1.200 € bei Zukauf | Meist enthalten oder als Position |
| Fotos | Von dir oder externer Fotograf, 300 bis 800 € | Meist als Position, 250 bis 500 € |
| Suchmaschinen-Grundlage, Rechtstexte, Einweisung | Je nach Person, nachfragen | Meist enthalten |
| Typische Gesamtsumme | 2.200 bis 4.500 € | 2.800 bis 6.000 € |
Spannen aus unserer Marktbeobachtung und Vergleichsangeboten, Stand Oktober 2026. Unsere eigenen Festpreise stehen auf der Kostenseite.
Der Aufpreis der Agentur bezahlt drei Dinge: jemanden, der das Projekt steuert, jemanden, der einspringt, und die Breite an Leistungen unter einem Dach. Wenn du diese drei Dinge nicht brauchst, zahlst du sie umsonst. Wenn du sie brauchst und beim Freelancer selbst organisierst, kostet dich das deine Zeit, und die rechnet kaum jemand mit.
Wann der Freelancer die bessere Wahl ist
- Du willst genau eine Person. Jemanden, der deine Seite in- und auswendig kennt, den du anrufst, der sich erinnert.
- Du hast Texte und Fotos oder organisierst sie selbst. Dann fällt der größte Teil der Agentur-Breite weg.
- Das Budget ist eng und klar. Unter 2.000 Euro für eine Firmenwebsite findest du eher einen guten Freelancer als eine gute Agentur.
- Das Projekt ist überschaubar. One-Pager, kleine Firmenwebsite, Landingpage. Keine Schnittstellen, kein Shop, keine fünf Sprachen.
- Du kannst selbst koordinieren und hast Spaß daran, mitzudenken.
Worauf du beim Freelancer achtest
Alle Zugänge auf deinen Namen, von Anfang an. Eine kurze Dokumentation: welches System, welche Erweiterungen, wo liegt was. Eine Regelung für den Ausfall. Und eine Vereinbarung, ob er die Seite nach dem Livegang betreut oder nicht. Freelancer, die das von sich aus anbieten, sind die, die du willst.
Wann die Agentur die bessere Wahl ist
- Du willst es abgeben. Ein Gespräch, ein Fototermin, ein paar Freigaben, fertig. Keine Koordination von drei Gewerken.
- Die Seite soll Anfragen bringen, nicht nur existieren. Dann brauchst du Text, Suchbegriffe, Fotos und Technik, die zusammenpassen.
- Es soll in fünf Jahren noch jemanden geben, der die Seite kennt und pflegt.
- Termine sind wichtig. Eröffnung, Messe, Saison. Eine Agentur kann Kapazität verschieben, ein Freelancer meist nicht.
- Mehr als eine Website. Google-Unternehmensprofil, Stellenanzeigen, Drucksachen, Anzeigen. Je mehr zusammenhängt, desto eher aus einer Hand.
Worauf du bei der Agentur achtest
Wer baut konkret, und wer ist deine Ansprechperson? Gibt es ein Mindestbudget, unter dem du Kunde zweiter Klasse bist? Bindet dich ein Vertrag länger als nötig? Gehört am Ende alles dir? Und: Redet die Agentur über deine Kunden oder über ihre Auszeichnungen? Die zwölf Punkte für das Angebot gelten hier genauso.
Die Mischform: klein, aber mit Netzwerk
Zwischen dem Einzelkämpfer und der Agentur mit Empfang gibt es eine dritte Form, und die ist für kleine Betriebe oft die passende: ein Inhaber, der selbst baut und im Gespräch sitzt, mit festen Partnern für Text und Technik. Du bekommst die eine Person des Freelancers und die Breite und Vertretung der Agentur.
Der Nachteil: Diese Betriebe sind weder auf Freelancer-Plattformen noch in Agentur-Rankings zu finden. Du findest sie über Empfehlungen, über das Impressum von Websites, die dir gefallen, und über die lokale Suche. Wie das geht, steht im Ratgeber Webdesigner finden.
Wo wir stehen
Wir sind so eine Mischform. Michael Mand führt das Gespräch und baut die Seite, Text und Technik kommen aus einem festen Team in Kassel. Fotos lieferst du, wir sagen dir, welche Motive wir brauchen. Das macht uns teurer als einen Freelancer und günstiger als eine große Agentur. Ob das für dich passt, hängt von den Fragen weiter unten ab, nicht von uns.

Wie die Zusammenarbeit gelingt, egal mit wem
Die meisten gescheiterten Website-Projekte scheitern nicht am Anbieter, sondern an der Zusammenarbeit. Vier Dinge, die du selbst in der Hand hast:
- Ein Briefing, das von Kunden handelt. Nicht „modern und frisch“, sondern: Wer ruft an, was will er, woran scheitert es. Eine Seite reicht.
- Eine Person, die entscheidet. Bei dir. Wenn drei Leute Freigaben geben, dauert alles dreimal so lang.
- Feste Rückmeldezeiten. Entwurf kommt Montag, Rückmeldung bis Donnerstag. Das gilt für beide Seiten.
- Alles schriftlich, was Geld kostet. Zusatzwünsche per E-Mail bestätigen lassen, mit Preis. Das schützt euch beide.
Acht Fragen, die entscheiden
Beantworte sie ehrlich. Mehr Antworten links: Freelancer. Mehr rechts: Agentur. Ausgeglichen: Mischform.
| Frage | Eher Freelancer | Eher Agentur |
|---|---|---|
| Wie viel Zeit kannst du selbst investieren? | Zehn Stunden und mehr | So wenig wie möglich |
| Hast du Texte und Fotos? | Ja, oder ich organisiere das | Nein, soll mit dran |
| Was soll die Seite leisten? | Da sein, informieren | Anfragen und Bewerber bringen |
| Wie wichtig ist der Termin? | Flexibel | Fest, hängt etwas dran |
| Budget für die Firmenwebsite? | Unter 2.500 Euro | Ab 2.500 Euro |
| Wer pflegt die Seite danach? | Ich selbst | Jemand soll sich kümmern |
| Wie viele Leistungen und Seiten? | Eine bis drei, One-Pager reicht | Vier und mehr, eigene Seite je Leistung |
| Hängt noch mehr dran? | Nur die Website | Google-Profil, Anzeigen, Drucksachen, Stellen |
Wenn du am Ende weißt, was du brauchst, ist der Rest einfach: zwei bis drei Angebote mit derselben Anforderungsliste, Checkliste drüber, entscheiden. Was realistische Preise sind, steht auf der Kostenseite.