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Website-Angebot prüfen: 12 Punkte, die drinstehen müssen.

Du hast ein oder zwei Angebote auf dem Tisch. Eines ist eine Seite lang und nennt eine Pauschale, das andere vier Seiten mit Positionen, die du nicht einordnen kannst. Diese Liste geht Punkt für Punkt durch, was in einem Website-Angebot stehen muss, damit du es vergleichen kannst.

Von · Veröffentlicht am · Aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein gutes Website-Angebot nennt Stückzahlen statt Pauschalen (Seiten, Entwürfe, Korrekturschleifen), sagt, wer Texte und Fotos liefert, regelt, dass Domain, Hosting und Inhalte dir gehören, und nennt die Kosten nach dem Livegang. Fehlen drei oder mehr der zwölf Punkte, frag nach, bevor du unterschreibst. Wir prüfen fremde Angebote kostenlos.

Angebot Nr. … …,00 € …,00 € …,00 € …,00 € …,00 € ? …,00 € Gesamt …,00 € netto · gültig 30 Tage „Umsetzung“ ohne Stückzahl? Wem gehört die Domain?
So lesen wir ein Angebot: Position für Position, und am Rand die Fragen, die offen bleiben.

Die zwölf Punkte

Drucke die Liste aus oder öffne sie neben dem Angebot. Hinter jedem Punkt steht, woran du erkennst, ob er erfüllt ist, und wie du nachfragst, wenn nicht.

  1. Leistungsumfang mit Stückzahlen

    Wie viele Seiten, welche Seiten, welche Funktionen. „Erstellung Website“ ist keine Leistung, „Startseite plus sechs Unterseiten: Leistungen, drei Gewerke, Über uns, Kontakt“ schon. Ohne Stückzahlen weißt du erst nach dem Projekt, was du gekauft hast.

    Frag nach: „Welche Seiten sind genau enthalten, und was kostet eine zusätzliche?“

  2. Texte: Wer schreibt sie?

    Der häufigste Grund, warum Website-Projekte Monate dauern: Der Kunde soll Texte liefern und kommt nicht dazu. Im Angebot muss stehen, ob der Anbieter schreibt, redigiert oder nur einbaut, und für wie viele Seiten.

    Frag nach: „Was passiert, wenn ich meine Texte nicht in vier Wochen liefern kann?“

  3. Bilder: Woher kommen sie, wem gehören sie?

    Eigene Fotos, Fototermin oder Stockbilder. Bei Stockbildern muss die Lizenz auf dich ausgestellt sein, sonst haftest du bei einer Abmahnung. Bei einem Fototermin gehört die Anzahl der Motive und die Nutzung (Website, Social Media, Druck) ins Angebot.

    Frag nach: „Bekomme ich die Bildrechte schriftlich, und darf ich die Fotos auch für Flyer nutzen?“

  4. Design: Entwürfe und Korrekturschleifen

    Wie viele Entwürfe siehst du, wie viele Änderungsrunden sind drin, und was kostet jede weitere. Üblich sind ein bis zwei Entwürfe und zwei bis drei Korrekturschleifen. Steht nichts davon drin, ist jede Änderung später eine Diskussion.

    Frag nach: „Was zählt als Korrekturschleife, und was kostet eine vierte?“

  5. Technik: System, Theme, Plugins, Lizenzen

    Welches System (WordPress, Baukasten, statisch), ob ein gekauftes Theme oder ein eigenes eingesetzt wird, welche Plugins laufen und welche davon jährliche Lizenzen kosten. Gekaufte Themes und Seitenbaukästen bringen oft 100 bis 300 Euro Lizenzkosten pro Jahr mit, die im Angebot fehlen.

    Frag nach: „Welche Lizenzen muss ich nach dem ersten Jahr selbst verlängern?“

  6. Mobil und Ladezeit, messbar formuliert

    „Responsive“ steht in jedem Angebot. Besser ist ein Maßstab: Ladezeit unter zwei Sekunden im Mobilfunk, Google-PageSpeed-Wert über 90, geprüft vor der Abnahme. Ein Anbieter, der das zusagt, hat seine Seiten schon einmal gemessen.

    Frag nach: „Welche Ladezeit sagst du mir zu, und wie prüfen wir das bei der Abnahme?“

  7. Suchmaschinen-Grundlagen

    Seitentitel und Beschreibungen je Seite, saubere Überschriften, Sitemap, Anmeldung in der Google Search Console, Verknüpfung mit deinem Google-Unternehmensprofil. Bei einem Relaunch zusätzlich: Weiterleitungen aller alten Adressen. Fehlt der Punkt, verlierst du beim Neustart, was die alte Seite bei Google hatte.

    Frag nach: „Werden alle alten Adressen weitergeleitet, und wer prüft das nach dem Livegang?“

  8. Rechtstexte und Pflichten

    Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Konzept, Barrierefreiheit. Steht im Angebot „Rechtstexte stellt der Kunde“, musst du dich selbst kümmern. Das ist legitim, aber es muss dir vorher klar sein. Was auf jede Firmenwebsite gehört, steht im Ratgeber zu den Pflichten.

    Frag nach: „Brauche ich mit dieser Seite ein Cookie-Banner, und wer erstellt die Datenschutzerklärung?“

  9. Eigentum: Domain, Hosting, Zugänge, Inhalte

    Der wichtigste Punkt. Domain auf deinen Namen, Hosting-Vertrag auf deinen Namen oder mit schriftlicher Übergabe, alle Zugänge an dich, Nutzungsrechte an Design und Texten ohne zeitliche Begrenzung. Mietmodelle, bei denen die Seite nach der Kündigung verschwindet, sind kein Kauf, sondern ein Abo.

    Frag nach: „Wenn wir uns in zwei Jahren trennen: Was nehme ich mit, und was kostet die Übergabe?“

  10. Kosten nach dem Livegang

    Hosting, Domain, Pflege, Lizenzen, Rechtstexte-Aktualisierung. Ein Angebot ohne diese Zeile versteckt die Hälfte der Rechnung. Ordentlich sind 10 bis 20 Euro im Monat für Hosting und Domain, dazu optional ein Pflegevertrag. Was du jährlich einplanen solltest, steht bei den Folgekosten.

    Frag nach: „Was kostet mich die Seite im zweiten Jahr, wenn ich nichts ändere?“

  11. Zahlungsplan, Gültigkeit, Termin

    Wann wird wie viel fällig, wie lange gilt das Angebot, wann ist der Livegang geplant und wovon hängt er ab. Hundert Prozent Vorkasse sind unüblich, eine Anzahlung von 30 bis 50 Prozent ist normal. Ein Termin ohne Bedingungen ist unseriös, denn er hängt immer auch an deinen Zulieferungen.

    Frag nach: „Wann ist der Livegang, wenn ich meine Zuarbeit pünktlich liefere?“

  12. Einweisung und Übergabe

    Wie lernst du, Texte und Bilder selbst zu ändern? Eine Stunde Einweisung per Bildschirmübertragung und eine kurze schriftliche Anleitung gehören dazu. Dazu eine Liste aller Zugänge. Ohne Einweisung rufst du für jedes Komma an, und das kostet.

    Frag nach: „Kann ich nach der Übergabe selbst eine neue Referenz einstellen, und wie lange dauert die Einweisung?“

Ein ausgedrucktes Website-Angebot mit Textmarker-Markierungen und handschriftlichen Fragezeichen am Rand

Die Ampel: So bewertest du ein Angebot

Zähl durch, wie viele der zwölf Punkte klar beantwortet sind. Nicht jeder fehlende Punkt ist ein Ausschluss, aber die Summe sagt viel über die Arbeitsweise.

Ergebnis Was es bedeutet Was du tust
10 bis 12 Punkte klar Der Anbieter hat das schon oft gemacht und denkt an die Zeit nach dem Livegang. Preis mit einem zweiten Angebot vergleichen, Referenzen anrufen, beauftragen.
7 bis 9 Punkte klar Solide, aber mit Lücken, die später Geld oder Nerven kosten können. Meist fehlen Eigentum, Folgekosten oder Korrekturschleifen. Die offenen Punkte schriftlich nachfragen und als Ergänzung ins Angebot aufnehmen lassen.
Unter 7 Punkte klar Entweder sehr unerfahren oder absichtlich unscharf. Beides ist für dich ein Risiko. Nicht unterschreiben. Entweder ein vollständiges Angebot anfordern oder weitersuchen.

Sofort ein Stoppschild

Domain läuft auf den Anbieter. Hundert Prozent Vorkasse. Mindestlaufzeit von 24 Monaten oder länger für ein Mietmodell. „SEO inklusive“ ohne eine einzige konkrete Leistung dahinter. Keine Firmenadresse im Angebot. Jeder einzelne dieser Punkte reicht für ein Nein.

Angebote vergleichbar machen

Der Fehler passiert vor dem Angebot: Drei Anbieter bekommen drei verschiedene Beschreibungen und liefern drei Angebote, die nichts miteinander zu tun haben. Schick allen dieselbe Liste, zehn Zeilen reichen:

  • Branche, Ort, Einsatzgebiet und was die Seite erreichen soll (Anfragen, Bewerbungen, Termine).
  • Gewünschte Seiten mit Namen. Lieber sechs klar benannte als „etwa zehn“.
  • Wer Texte liefert und wer Fotos. Wenn du es nicht weißt: „Bitte beides anbieten, mit und ohne.“
  • Funktionen: Kontaktformular, Stellenanzeigen, Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Saison-Hinweise.
  • Bestehende Website ja oder nein, und ob sie bei Google gefunden wird.
  • Wunschtermin und Budgetrahmen. Ja, den Rahmen nennen. Es spart allen Zeit, und ein seriöser Anbieter nutzt ihn nicht aus, sondern sagt, was dafür geht.

Mit derselben Liste an alle bekommst du Angebote, in denen die Preisunterschiede etwas bedeuten. Was realistische Spannen sind, steht im Kosten-Ratgeber.

Was in unseren Angeboten steht

Damit du vergleichen kannst, hier die Gliederung, die wir selbst verwenden. Du darfst sie gern als Maßstab für andere Angebote nehmen.

Abschnitt Inhalt
Ausgangslage und Ziel Zwei Absätze in deinen Worten: Was ist heute, was soll die Seite bewirken. Daran messen wir später das Ergebnis.
Leistungen mit Stückzahlen Jede Seite mit Namen, Anzahl Texte, Anzahl und Herkunft der Fotos, Entwürfe, drei Korrekturschleifen, Rechtstexte-Grundlage, Einweisung 60 Minuten.
Nicht enthalten Die ehrlichste Zeile im Angebot: Was wir nicht machen oder was extra kostet, zum Beispiel Logo-Entwurf, Anwaltsprüfung der Rechtstexte, laufende Werbeanzeigen.
Technik und Eigentum System, eigenes Theme, maximal fünf Plugins, Domain und Hosting auf deinen Namen, alle Rechte an Design und Inhalten gehen an dich.
Ablauf und Termine Die Schritte vom Auftrag bis zum Livegang mit dem, was wir von dir bis wann brauchen.
Preis und Bedingungen Festpreis netto, 40 Prozent bei Auftrag, 60 Prozent nach Livegang, 30 Tage gültig. Danach: Pflege 69 Euro im Monat, optional und monatlich kündbar.

Der kostenlose Angebots-Check

Wenn du nach der Liste immer noch unsicher bist, schick uns das Angebot. Wir lesen es, wie wir unsere eigenen schreiben, und übersetzen es dir in zwei Werktagen schriftlich, ohne Urteil über den Anbieter:

  • Wo der Preis im Verhältnis zum beschriebenen Umfang liegt, eingeordnet in die Spannen, die wir aus dem Markt kennen.
  • Welche der zwölf Punkte fehlen und welche Fragen du dem Anbieter stellen solltest.
  • Welche Stellen dich später binden oder Folgekosten auslösen können, damit du gezielt nachfragen kannst.

Ein Gegenangebot gibt es nur, wenn du es willst. Oft ist das Angebot gut, und dann schreiben wir dir genau das. Zum Angebots-Check, Upload als PDF oder Foto, ohne Anmeldung.

Häufige Fragen

Zum Angebot.

Wie viele Angebote soll ich einholen?

Zwei bis drei. Mehr machen es nicht besser, sondern unübersichtlicher. Wichtiger ist, dass alle Anbieter dieselbe Anforderungsliste bekommen: Anzahl der Seiten, wer Texte und Fotos liefert, ob eine Stellen-Seite oder ein Formular dazugehört. Sonst vergleichst du Äpfel mit Preisschildern.

Das Angebot nennt nur eine Pauschale. Ist das ein Festpreis?

Nein. Ein Festpreis braucht einen beschriebenen Umfang, sonst ist er eine Zahl ohne Inhalt. Frag nach Stückzahlen: wie viele Seiten, wie viele Entwürfe, wie viele Korrekturschleifen, welche Funktionen. Ein seriöser Anbieter liefert das in einem Tag nach.

Darf der Anbieter die Domain auf seinen Namen registrieren?

Er darf, du solltest es aber nicht zulassen. Als Domain-Inhaber bist du eingetragen, der Anbieter darf technischer Ansprechpartner sein. Sonst hängt dein Firmenname an jemandem, mit dem du dich irgendwann vielleicht nicht mehr verstehst.

Ist das günstigste Angebot automatisch das schlechteste?

Nein. Es ist nur häufiger das, bei dem etwas fehlt. Prüfe, welche der zwölf Punkte nicht vorkommen, und frag nach. Fehlen Texte, Rechtstexte und Einweisung, kommen sie später als Nachtrag oder gar nicht.

Der Anbieter macht einen Pflegevertrag zur Bedingung. Ist das in Ordnung?

Ein Pflegevertrag ist sinnvoll, eine Bedingung sollte er nicht sein. Achte darauf, dass er monatlich oder jährlich kündbar ist und dass Website, Domain und Inhalte auch ohne ihn dir gehören. Mietmodelle, bei denen die Seite nach der Kündigung abgeschaltet wird, sind etwas anderes als Pflege.

Prüft ihr wirklich fremde Angebote kostenlos?

Ja. Du lädst das Angebot hoch, wir lesen es innerhalb von zwei Werktagen durch und schreiben dir, was drinsteht, was offen bleibt und wonach du fragen solltest. Wir bewerten dabei keinen Anbieter, wir machen das Angebot für dich lesbar. Ein Gegenangebot bekommst du nur, wenn du eins willst. Auch wenn du am Ende woanders beauftragst, war die Prüfung nicht umsonst.

Du willst ein Angebot, das alle zwölf Punkte hat?

45 Minuten Gespräch, dann ein schriftliches Festpreis-Angebot mit Stückzahlen, Eigentumsregelung und Folgekosten. 30 Tage gültig.